„Ein Bürger ist nicht, wer bloß in der Gesellschaft lebt, ein Bürger ist, wer sie ändert.” Augusto Boal

Victor Weiler (SPD)

Victor Weiler

Fünf Fragen an: Victor Weiler

Victor Weiler
SPD
Wahlkreis 3
Listenplatz 3

Beruf: Fremdsprachensekretär
Jahrgang: 1977

1. Wenn Sie gewählt werden: Was wird Ihr erstes Vorhaben sein?

Ein Neustart beim System der Kitaplatz-Vergabe! Unabhängig davon, dass es zurzeit einfach zu wenige Plätze gibt (was dringend geändert werden muss), kann hier ohne großen Geldeinsatz viel getan werden, um Eltern und Kitas erheblich zu entlasten. Momentan ist es doch so, dass alle sich bei ‑zig Einrichtungen bewerben, weil sie lange nicht wissen können, ob sie tatsächlich einen Platz für ihr Kind bekommen. Das ist für alle Beteiligten nervig, wie ich als Vater einer kleinen Tochter aus eigener Erfahrung weiß. Dass das Online-Portal in seiner heutigen Form auch keine Lösung darstellt, ist offenkundig. In anderen Städten gibt es Systeme, die besser funktionieren. Das sollten wir auch hinbekommen.

2. Warum sind Sie gern in der Politik?

Zunächst einmal bin ich nicht "in der Politik", sondern ich beschäftige mich neben meiner Arbeit und meiner Familie auch mit Politik. Das mache ich in der Tat gern, weil ich es schön finde, mich gemeinsam mit anderen für das einzusetzen, was uns wichtig ist. Schließlich geht es in "der Politik" ja oft um ganz konkrete Fragen, die unser tägliches Leben betreffen. Beispielsweise beim Mindestlohn. Oder beim Kita-Ausbau. Oder bei der Frage, ob städtische Unternehmen in Leipzig privatisiert werden sollen (was ich ablehne). Solche Fragen zu diskutieren, andere Standpunkte zu hören und gemeinsam Lösungen zu finden, kann durchaus Spaß machen. Als Sozialdemokrat fühle ich mich da sowohl in meinem SPD-Ortsverein Südost als auch in der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) gut aufgehoben.

3. Bei welchem Thema in Leipzig sehen Sie den größten Handlungsbedarf?

Ich empfinde es als katastrophal, wieviele Jugendliche in unserer Stadt die Schule ohne richtigen Abschluss verlassen und kaum noch Chancen auf eine Lehrstelle bzw. einen Arbeitsplatz haben. Das dürfen wir einfach nicht zulassen! Obwohl hier primär der Freistaat Sachsen in der Pflicht ist, müssen wir das tun, was als Stadt in unserer Macht steht, um besonders betroffene Schulen und Schüler/-innen zu unterstützen -- etwa durch zusätzliche Schulsozialarbeiter/-innen und außerschulische Angebote. An dieser Stelle dürfen wir einfach nicht sparen -- das ist auch eine Frage der richtigen Prioritätensetzung. 

4. Was sollte erreicht sein, damit Sie am Ende Ihrer Amtszeit von einem Erfolg sprechen können? 

Die Zahl der Jugendlichen ohne Abschluss muss deutlich niedriger sein als heute -- am besten wäre natürlich null. Eltern sollten stärker entlastet sein -- sowohl finanziell (z. B. bei den Kita-Gebühren) als auch hinsichtlich der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die zunehmende soziale Spaltung in wohlhabendere Stadtteile und abgehängte "Problemviertel" sollte gestoppt worden sein, ebenso wie Mietpreisanstiege, die für viele nicht mehr tragbar sind. Die Daseinsvorsorge sollte fest in städtischer Hand sein, und nicht an private Investoren veräußert. Außerdem wünsche ich mir, dass die Bürgerinnen und Bürger stärker als heute unmittelbar in Entscheidungen eingebunden werden, die sie betreffen. Natürlich hängt das alles nicht von mir allein ab, aber es wäre schön, wenn wir das schaffen. 

5. Warum sollten wir wählen gehen?

Weil es am 25. Mai -- auch wenn es manchmal nicht den Anschein hat -- um eine Entscheidung über unterschiedliche Konzepte für die Stadt (und auch für Europa!) geht. Weil viele Leipziger/-innen für dieses Recht, mit ihrer Stimme die Zukunft des Gemeinwesens demokratisch mitbestimmen zu können, gekämpft haben. Und weil dann, wenn man oder frau nicht wählen geht, die anderen über einen entscheiden. 

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