„Ein Bürger ist nicht, wer bloß in der Gesellschaft lebt, ein Bürger ist, wer sie ändert.” Augusto Boal

Katharina Krefft (GRÜNE)

Katharina Krefft

Fünf Fragen an: Katharina Krefft

Katharina Krefft
Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Wahlkreis 0
Listenplatz 1

Beruf: Ärztin
Jahrgang: 1978

1. Wenn Sie gewählt werden: Was wird Ihr erstes Vorhaben sein? 

Ich bin inzwischen seit 10 Jahren Stadträtin und arbeite an verschiedenen Themen gewissermaßen parallel. So steht mit hoher Priorität die Entscheidung zum Naturkundemuseum an. Der Standort ist weiterhin unklar, der Direktorenposten nicht besetzt und es fehlt an Personal und Mitteln für die tägliche Arbeit des Museums. Wir drängen auf die Veröffentlichung des Masterplanes noch vor der Sommerpause und auf zügige Umsetzung, damit das Naturkundemuseum eine sichere Zukunft bekommt. Auch hochwichtig sind Entscheidungen zur Schullandschaft. Es fehlt in allen Schularten an Platz. Weiter dringlich bleibt die Kitasituation. Und dann kommt ja zügig der Haushalt - der Kämmerer will beide Haushalte 2015 und 2016 zeitgleich vorlegen. Über diesen Doppelhaushalt muss sich der neue Stadtrat verständigen; ich lehne es ab, über Lieblingsprojekte des Oberbürgermeisters zu entscheiden, während für wichtige Zukunftsaufgaben der Drive und die Mittel fehlen.

2. Warum sind Sie gern in der Politik?

In der Kommunalpolitik kann ich sehr unmittelbar die Bedürfnisse und Bedarfe einer Stadt und ihrer BürgerInnen wahrnehmen und konkret an politischen Lösungen arbeiten. Die Ergebnisse kann ich täglich erleben. Der Erfolg oder auch Misserfolg einzelner Entscheidungen bestärkt mich in meiner politischen Arbeit.

3. Bei welchem Thema in Leipzig sehen Sie den größten Handlungsbedarf? 

Das kommt doch sehr auf das Sachgebiet an. Als Schul- und Sozialpolitikerin sehe ich den größten Handlungsbedarf beim Schulnetz und bei den Problemen, die sich in einer einkommensarmen Stadtgesellschaft stellen. Für Chancengerechtigkeit und Teilhabe muss in dieser Stadt noch deutlich mehr getan werden, hier sehe ich auch Prioritäten bei der Verteilung finanzieller Mittel. Als Grüne sehe ich darüber hinaus Handlungsbedarf beim Gesundheitsschutz - Lärm und Feinstaub vor allem durch den Verkehr erfordern nicht nur Konzepte auf dem Papier, sondern endlich ihre Umsetzung.

4. Was sollte erreicht sein, damit Sie am Ende Ihrer Amtszeit von einem Erfolg sprechen können?

Kinder, ob mit oder ohne Behinderung, haben ihren Platz in Kita und Schule in der Nähe ihrer Wohnung, sie haben bessere Bildungschancen, werden in ihrer Lernfreude durch Schulsozialarbeit unterstützt. Die Stadt heißt Menschen, die für kurz oder lang von nah oder fern hierher kommen, freundlicher willkommen, das Konzept zur dezentralen Unterbringung von Asylsuchenden ist umgesetzt. Der Autoverkehr hat anteilig abgenommen und die Bedingungen für Radfahrende und Gehende haben sich spürbar verbessert, am Hauptbahnhof gibt es einen barrierefreien Zugang zu Bussen in die Region und die Ferne, zu den Zügen, zu Mitfahrgelegenheiten und mehr Abstellmöglichkeiten für die Räder. Die Stadtbezirke haben sich gut entwickelt, es gibt bezahlbaren Wohnraum auch im Zentrum. Die Stadt ist baumreicher, in den Parks darf Fußball gespielt und gegrillt werden. 

5. Warum sollten wir wählen gehen?

Weil sie es dürfen. Es sind genau 25 Jahre her, dass die manipulierten Kommunalwahlen das Ende der DDR einläuteten. 

Jede Demokratie ist nur so gut, wie mitgemacht wird. Bündnis 90/Die Grünen wollen die Beteiligungsmöglichkeiten auch zwischen den Wahlen verbessern. Ich denke, wenn sich die Leipziger öfter einbringen können, erleben sie direkter, warum das Wählen zwischen verschiedenen Programmen und KandidatInnen so wichtig ist.

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